Cordula und ich haben gestern noch gemütlich vor dem Ofen gesessen und das eine oder andere Gläschen getrunken, geplaudert und die letzten gemeinsamen Wochen Revue passieren lassen.
Auf dem Weg in mein Quartier, habe ich dann den schönsten Sternenhimmel bewundern können, den ich je gesehen habe. Wäre es nicht so kalt gewesen, hätte ich so lange in den Himmel gestarrt, bis ich eine Nackenstarre bekommen hätte.
Vor einigen Tagen sind fünf Kücken geschlüpft, die munter und zuckersüß auf dem Hof umher hüpfen, die ich nur schwer zurück lassen konnte. Am liebsten hätte ich alle eingepackt...

Obwohl wir mehr als rechtzeitig heute Morgen losgefahren sind, kam eines zum anderen, sodass ich den Bus, den ich aus unerklärlichen Gründen nicht online buchen konnte, mal wieder nur knapp erreichte.
Wieder mal mehr Glück als Verstand kaufte ich drei Minuten vor Abfahrt das allerletzte Ticket für die Fahrt nach Stockholm.
Der einzige freie Platz im Bus war auf der Rückbank, zwischen einem langhaarigen Rockertyp mit Bierdose in der Hand und mit Rauschebart und einem Jungen mit Streberbrille, der im 15 Sekunden-Takt den Inhalt seiner Nase hochzog.
Die Schweden benutzen keine Taschentücher. Das wusste ich bereits von Cordula. Sie bevorzugen es auf den Gehweg zu schnauben oder den Handrücken bzw. das Bündchen des Pullis zum abwischen zu benutzen. Oder aber sie ziehen es IMMER WIEDER hoch.
Nach 5 Minuten hatte ich bereits genug. Meine Tasche hatte ich aufgrund von Platzmangel auf meinem Schoß verstaut und kuschelte unfreiwillig mit dem Muffeligen und dem Hochzieher.
4 ½ Stunden soll ich das durchhalten??? Ich schickte Stoßgebete in den Himmel und sie wurden erhört. Der Hochzieher verließ den Bus auf der Hälfte der Strecke und der Platz neben mit bleib auch noch frei.
So kam ich am späten Nachmittag in Stockholm an, buchte am Bahnhof per Internet ein Hostel und machte mich auch gleich auf die Suche nach der Unterkunft.
Da ich wie immer geizig war, was die Unterkunft angeht, bin ich in einer mittel-versifften Bude, mit unangenehmen Vermieter gelandet und teil mir das Zimmer mit einer alten Spanierin und ihrem Sohn, einer hübschen Holländerin die einen Job in Stockholm sucht und einer jungen, sehr mitteilungsbedürftigen Norwegerin, die auf dem Weg nach Israel ist, um dort freiwilligen Arbeit zu verrichten. Zu Fuss habe ich angefangen die Stadt zu erkundigen und plane morgen das volle Touri-Programm durchziehen.


Kochen mit Crocodile Dundee (Manu)