Eine dieser Lektionen ist: Male keine Dinge, wenn du gute Kleidung trägst!
Als ich den ersten RIESEN Farbfleck auf meiner schönen Hose entdeckte, den ich dort mit dem Pinsel hinterlassen habe, war mir noch nicht bewusst, dass ich auch noch einen wunderschönen Abdruck eines Farbeimers direkt auf meinem Hintern finden würde, auf den mich Michael aber sofort und ganz charmant, fast ohne Lachkrampf aufmerksam machte.
Er drückte mir alle Chemikalien in die Hand, die er auf die Schnelle in der Werkstatt finden konnte und bewaffnet mit einer Nagelbürste machte ich mich auf den Weg in die Küche, um dort den Schweinkram zu entfernen.
Mit Waschbenzin hatte ich keinen Erfolg. Es passierte nichts. Gar nichts. Ich war kurz vorm verzweifeln, weil ich die Hose so mag. Da fragt man sich dann, warum ich sie zum malen trage...
Der nächste Versuch, eine großzügige Ladung reines Petroleum bewirkte im Gegensatz Wunder. Ruckzuck waren die fiesen Flecken verschwunden und nun hoffe ich, dass die Hose noch ihre Ursprungsfarbe hat, wenn ich sie später aus der Waschmaschine ziehe.
Während ich auf dem Weg zur Reinigungsattake war, war ich sehr dankbar, dass mir das nicht in Gegenwart meiner Mutter passierte. Ich hörte auch so ihre Worte und das reichte vollkommen.
Kaum kam ich in der Küche an und verströmte den wunderbaren Geruch des Waschbenzins, fing Cordula an auf mich einzureden und sagte die Dinge, die auch meine Mutter gesagt hätte und mir ja auch eigentlich bewusst waren.
Klassischer Fall von: zu früh gefreut.
Am Mittwoch haben Manu, Micha und ich das scheinbar unmögliche Ziel erreicht den Zaus bis zur Ecke zu bauen, was nicht ganz der Hälfte der Gesamtstrecke entspricht.
Wie versprochen gab Micha einen Kasten Bier aus, den er auch gleich am frühen Nachmittag mit einer quietschenden Schubkarre den Hügel hinauf schob, um am Ort des Geschehens anzustoßen.


Das war auch der Tag, an dem auf einmal der Bayer in den zu engen Hosen vor der Tür stand.
Mittlerweile hat er sein Lager auf dem Dachboden der Schule eigerichtet.
Morgens turnt er schon so früh direkt über meinem Quartier herum, dass ich noch früher wach bin als notwendig und an die Marder denken muss, die sich auf unserem Dachboden zu Hause vergnügen.
Der Typ bayert so sehr, dass ich zwei Drittel von dem was er sagt nicht verstehe.
Er färbt sich die Haare, hat beim campen einen Fön dabei und tragt, wie schon erwähnt, viiiiiiel zu enge Jeans. Seinen schwarzen Filzhut, den er IMMER trägt, darf in der Beschreibung natürlich auch nicht fehlen. Eine echt komische Type, den ich vor meiner Abfahr unbedingt noch fotografieren muss..
Es ist so kalt hier oben, dass wir am Wochenende die Öfen in der Schule angeschmissen haben. Seit Wochen schlafe ich mit zwei Decken, aber auch das war nicht mehr auszuhalten.
Der Vorteil daran, als Frau in der Unterzahl zu sein ist, dass die Männer gern die Arbeit abnehmen. Am ersten tag kamen Manu und Micha haben wunderschönen Kachelofen, der in meinem Zimmer steht fit gemacht und das Feuer entzündet. Als ich am Abend nach einer komischen Pferdeveranstaltung nach Hause kam, erwischte ich Hans, den Bayer dabei wie er grade nachlegte und dafür sorgte, dass kein Feuer erlosch. Was für ein Luxus.
Zu dritt haben wir in der letzten Woche eine Kanutour gemacht. Es gab jedoch nur zwei Bänke im Kanu und zwei Paddel. Also haben die Jungs gepaddelt, während ich in der Mitte auf dem Boden saß, Michas Schienbeine als Lehne benutzen konnte und ließ mich ganz mädchenhaft über den See paddeln.

Die Zeit rennt. Die letzte Woche hier auf Snaret ist angebrochen.
Am Freitag fahre ich schon nach Stockholm, verbringe dort das Wochenende und fliege dann zurück nach Deutschland.
Cordula scherzte schon, dass sie meinen Flug umgebucht hätte, weil sie mich nicht gehen lassen will. Demnach habe ich mich nicht zuuu doof hier angestellt.
Es hat erstaunlich lange gedauert, bis ich mich hier vollkommen eingefunden habe, doch der Gedanke in einer Woche nicht mehr hier zu sein, stimmt mich schon jetzt etwas traurig.
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