Sonntag, 15. August 2010

Es ist Sonntag...



und während ich das hier schreibe liege ich noch im Bett.
Heute steht ein entspannter Tag bevor: Aufstehen, Frühstücken, etwas Internet, einen veganen Apfelkuchen backen, den Apfelkuchen am frühen Nachmittag mit den anderen verdrücken, vielleicht noch eine Runde mit den Hunden gehen und anschließend...lesen, zeichnen, gammeln...
Der Rhythmus, sich morgens um sieben zum Frühstück zu treffen hat sich so schnell breit gemacht, dass ich schon früh wach war. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich aufgrund mangelnder Beschäftigungsmöglichkeiten und unverständlicher Müdigkeit sehr früh ins Bett gehe.
Das Gute ist, dass ich immer erst um zehn vor aufstehen brauche. Kleidung an, Zähneputzen auf dem Weg runter am Plumpsklo vorbei und trotzdem sitze ich dann pünktlich am Tisch. Die perfekte Ausnutzung der Zeit.


Ein Schaf fuer Mama


und noch eins....

Am Samstag arbeiten wir zwar auch, fangen aber später an und hören früher auf. Gestern haben wir uns ganz demokratisch für ein Tag ohne Zaun entschieden, der schon eine beeindruckende Länge erreicht hat.
Von meinem Zimmer kann ich ihn mittlerweile sehen, was motivierend ist. Wenn wir die nächste Ecke des Grundstückes erreichen, was ungefähr der Hälfte des Zaunes entspricht, haben Michael und Cordula einen Kasten Bier für Manuel und mich versprochen und ca. eine Woche Pause vom Zaunbau.
Als ich am ersten Tag daran gedacht habe, dass ich vier Wochen Zaun bauen werde, habe ich fast den Flieger zurück nach Hause gebucht, aber mittlerweile machen wir das fast im Schlaf, kommen gut voran und es macht sogar Spaß.
Hin und wieder erinnert mich der Aufenthalt hier an eine Klassenfahrt oder ein Erziehungsheim. Immer ist man von den gleichen Leuten umgeben, kocht, isst, lebt eng zusammen und Cordula und Michael geben meistens den Ton an. Geht man nicht grade allein in den Wald, gibt es kaum ein Entkommen.
Gestern bin ich mit Michael nach Karlstad gefahren, wo er mich in einem Einkaufszentrum rausgelassen hat, das angeblich das beliebteste Schwedens sein soll. Ich verstehe die Schweden nicht. War ich nur gestern nicht bereit den Menschenmassen entgegen zu treten oder habe ich mich in der letzten Woche so an die Ruhe und Einsamkeit gewöhnt?
Nachdem ich gefunden hatte was ich wollte, habe ich mir einen großen Café Latte geholt, mich in die Sonne gesetzt und darauf gewartet, dass Michael mich wieder einsammelt.
Am späten Nachmittag, haben wir wie Kinder den Dachboden der alten Schule in der wir wohnen unter die Lupe genommen. Berge von alten Zeitungen, ein Teil der alten Schulbibliothek und ein Harmonium haben wir gefunden, auf dem Nassim uns ein Konzert gegeben hat, das dank fehlender Isolation des Obergeschosses über den ganzen Hof zu hören war und auch Michael und Cordula angelockt hat.



Egal welche Tür man hier öffnet, man entdeckt immer wieder etwas. Alte Pferdeschlitten, Erdkeller, uralte Werkzeuge, Kisten und Möbel.
Die meisten Sachen gehörten dem Bauern der hier zuletzt allein gelebt und versucht hat den Hof vor dem Zusammenfall zu bewahren. Was ihm kaum gelungen ist.
Fast zwei Jahre haben Cordula und Michael das Haupthaus in Stand gesetzt bevor sie einziehen konnten. Eine zeitlang haben sie auch in der Schule gewohnt, da das Haupthaus eher einer Ruine glich. Wenn man nicht genau hinschaut, wird einem nicht bewusst wie viel Arbeit die beiden schon in diesen Hof gesteckt haben, weil immer noch so viel zu tun ist.



Eigene Ernte



Grosswildjaeger Manu und Nassim und der erlegte Baum

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